Von Schichttorten und Nacktfotos: Wann ist ein Foto sexistisch, wann respektvoll?

Eine Vorstellung, die ich interessant finde, strukturiert das Universum, wie es jeder Mensch persönlich wahrnimmt, nach dem Prinzip der Schichttorte. Die unterste Schicht ist das eigene Bewußtsein, unsere Gedanken und Gefühle, die in materialistisch-physikalistischer Betrachtungsweise von biophysikalischen Prozesse in unserem Gehirn hervorgebracht werden, man kann daher etwas überspitzt sagen: die unterste Schicht der Weltwahrnehmung ist das eigene Gehirn. Die darüberliegende Schicht ist das Innere des eigenen Körpers, bzw. die Teile davon, die nicht unmittelbar an mentalen Prozessen mitwirken: Herz, Lunge, Gedärme, Muskeln, Knochen etc. Diese Organe bemerken wir normalerweise nicht sonderlich, erst in bestimmten Situationen treten sie deutlich in den Vordergrund – bei seelischer Erregung pocht das Herz (Platon sah es daher als Sitz der Tapferkeit an, heute betrachtet man es als Wohnort der Liebe), bei Hunger knurrt der Magen, bei sexueller Erregung werden die Genitalien aktiv. Die Wechselwirkung der zweiten Schicht mit dem Rest des Universums erfolgt über die dritte: die Körperoberfläche, ein Interface zwischen dem „ich“ und der Welt, zu der im westeuropäischen Kulturkreis im erweiterten Sinne ggf. auch die Kleidung gehört. Die letzte Schicht schließlich ist diese Welt – alles außerhalb von uns selber. Viele Menschen unterteilen diese letzte, geometrisch weitaus größte Schicht noch in mehrere weitere: menschliche Zivilisation und nicht-menschliche Natur, Erde und Weltraum usw.
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Warum ich Feminist bin (und warum es keinen Maskulismus braucht)

…Stop! Moment, Halt! Ich bin doch heterosexueller Cismann, kann ich denn dann Feminist sein?! – werden manche sich eventuell fragen. Und ja, das kann ich. Denn Feminismus bedeutet im Kern nichts weiter als dafür einzustehen, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte haben und niemand wegen seines Geschlechts in irgendeiner Form benachteiligt werden soll – genauso wie niemand wegen seines Aussehens, seiner sexuellen Orientierung oder irgendeiner anderen persönlichen Eigenschaft diskriminiert werden darf.

Die breite Mehrheit der Menschen in den fortschrittlichen Ländern (Europa, Kanada, Australien, Neuseeland) wird diese Forderung unterschreiben, weswegen man sagen kann, dass in diesen Regionen die meisten Menschen, Frauen wie Männer, Feministen sind.
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„Sie haben einen schönen Po!“

Vor Jahren gab es bei uns in der Nähe des Instituts, in dem ich damals arbeitete, ein Cafe, das sich, sprachlich wenig überzeugend, „French Pub“ nannte. Mir gefielen jedoch die beiden Lampen, die links und rechts neben dem Eingang die ganze Nacht brannten; ich bin ein ausgeprägter Nachtmensch und arbeitete am liebsten nachts, in tiefer behütender Schwärze und Stille, die die ganze Welt einhüllt: Dann springt mein Gehirn an, schaltet auf Maximalleistung und meine Ideen schießen und sprühen wie Feuerwerkskörper in der Dunkelheit.
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Mehr Carl Sagan, weniger Sexismus

Vor einigen Tagen lief die #aufschrei-Kampagne durchs Internet: Frauen sammelten teilweise sehr schlimme Erlebnisse mit sexistischem Verhalten von Männern. Auch ich schrieb etwas dazu, denn dass ich Mann bin heißt ja nicht, dass ich gegen Frauen gerichteten Sexismus nicht erkennen und schrecklich finden kann.

All dies wirft natürlich die Frage auf: Was können wir dagegen unternehmen? Wie können wir dem Sexismus entgegenwirken?
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