Bauchnabel-Gedanken

In der Türkei erzählt man sich die Sage, nachdem Gott den Menschen erschaffen habe, habe Satan voll Verachtung auf die neue Kreatur gespuckt – da er seine Geschöpfe nicht verunreinigt wissen wollte, nahm Gott jedoch die getroffene Stelle fort: So entstand der Bauchnabel des Menschen.
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10 Lieblingsworte

Viele Menschen haben Lieblingsworte, die angenehme Bilder in ihnen erzeugen – oder vielleicht ist auch einfach nur der Klang schön. Hier sind meine 10 lexikalischen Favoriten:

Entropie
Thorium
Po
Triebkopf
Cirrus
Château
Turbosatz
Quark (die Elementarteilchen – gesprochen „Quork“)
Granit
Blumenrabatte

Meine Lieblingsworte kommen teils aus dem Reich der Physik (Entropie, Quark), der Technik (Triebkopf, Turbosatz, Thorium), der Natur (Cirrus, Granit) oder sie beziehen auf etwas schönes, anmutiges (Blumenrabatte, Château, Po).

Meint ihr, man kann aus den Lieblingsworten eines Menschen etwas über seinen Charakter ableiten? Was sind eure Lieblingsworte?

Schnee

Eine weiche, bläuliche Schneewelle umfließt die spätwinterliche Nordhalbkugel.

Schnee ist wunderbar. Er ist kalt und strahlendweiß im Licht der kristallinen Wintersonne. Er ist tintenblau und kuschelig wie ein Kopfkissen. Frühmorgens, wenn die Sonne, verborgen hinter Dunstschichten, über den Horizont steigt und ihr Licht gefiltert und erweicht in die Landschaft herabsinkt, die sanfte Helligkeit zwischen Birkenstämmen und Teichen wie gefrorenes Laub auf die Schneefläche schwebt, wird er glimmend rosa, traumartig irisierend, und man meint, nicht mehr auf der Erde zu sein. Abends, im Licht der Straßenlaternen, glüht er warm goldorange auf.
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Phantasie: Wie ich gerne dominiert werden möchte

Ich bin devot veranlagt. Frauen sind für mich wunderschöne Göttinnen, die verehrt, angehimmelt werden sollten. Doch in welcher Form, auf welche Weise würde ich gerne dominiert, erzogen, bestraft werden?

Ich denke, dies kann man recht gut daran erkennen, wie ich mir in meinen Stories die Zukunft der Menschheit ausgedacht habe: An der Spitze der Weltgesellschaft steht eine Art technokratische Liga wunderschöner, halbnackter, hyperintelligenter Wissenschaftlerinnen.
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Janina

Janina sucht nackt nach Exoplaneten.

Die meisten Exoplaneten kann man nicht einfach so abbilden: Der Glaßt ihres Sterns verschluckt sie wie ein prasselndes Feuer das Licht eines einzelnen Zündholzes. Janina ist eine Jägerin. Sie muß klug und listig vorgehen, winzige Vorteile ausnutzen und auf der Hut sein. Janina jagt Planeten am Ufer des Datenstroms, den große Teleskope in den Anden ausstoßen. Sie spürt ihnen nach in der Wildnis der Sternspektren, im undurchdringlichen Gestrüpp der Absorptions- und Emissionslinien.
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Dame Sinnlich

Ich liebe es zu tanzen.

Man kann zu jeder Tageszeit tanzen, warum nicht morgens, gleich nach dem Aufstehen?! (Manchmal denke ich im warmen augenliderrötlichen Halbschlaf, der einen ganz kurz vor dem Aufwachen einhüllt: Gleich werde ich erwachen, die Decke beiseitewerfen und inmitten weißgoldener Sonnenlichtströme tanzen!)

Man kann an einem kühlen windstillen lichtgrauen Märznachmittag alleine auf einer Waldlichtung tanzen, den schwarzen Humusboden wie eine Trommel leise erdröhnen lassen. Vor allem aber haben Menschen schon immer, von der Urzeit bis in die Gegenwart, nachts getanzt, um die Dunkelheit zu besiegen und den Sonnenaufgang zu begrüßen.
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„Sie haben einen schönen Po!“

Vor Jahren gab es bei uns in der Nähe des Instituts, in dem ich damals arbeitete, ein Cafe, das sich, sprachlich wenig überzeugend, „French Pub“ nannte. Mir gefielen jedoch die beiden Lampen, die links und rechts neben dem Eingang die ganze Nacht brannten; ich bin ein ausgeprägter Nachtmensch und arbeitete am liebsten nachts, in tiefer behütender Schwärze und Stille, die die ganze Welt einhüllt: Dann springt mein Gehirn an, schaltet auf Maximalleistung und meine Ideen schießen und sprühen wie Feuerwerkskörper in der Dunkelheit.
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