Die Reise jenseits der Realität

Manchmal entdecken wir beim Aufräumen längst vergessene USB-Speichersticks. Hin und wieder schlummert unter einem Bücherstapel sogar ein Laptop, der seit Jahren nicht mehr zum warmen elektrisch-summenden Leben erwacht ist.

Wir schließen den vergessenen Computer an die elektrische Kraftquelle an – denn es ist klar dass seine Batterie leer ist wie ein ausgetrocknetes Wasserloch in der Wüste – berühren den Schalter. Summen, Leuchten, Gefühle: Ja, damals in Grenoble. Spätabends, nachts, im astrophysikalischen Institut, aßen wir Blauschimmelkäse mit dem Messer und der Laptop schnurrte, eine bunte freundliche Laterne. Wir arbeiteten nicht gar so viel in Grenoble, aber trieben allerlei Lustiges, spazierten nachts an der Isère entlang, fuhren mit der Seilbahn auf den Felsen, tranken Kaffee und Wein im Cafe Jules Verne, aßen Käse, ließen das Programm xfractint bunte Fraktale zeichnen.

weirdplace

Wir fliegen jenseits der Realität. Wir fliegen durch den vibrierenden, warmen, stummen, knisternden, fröhlichen, indifferenten, kalten, in der Farbe von geschmolzenem Blei glühenden Hyperraum, der wie uns wie Badeschaum aus türkisen Amüsierfunken umfängt. Dort, wo er mit unserer Körperoberfläche in Kontakt kommt, kribbeln und sprühen winzige kichernde Explosionen, Entladungen, die entstehen, wenn Realität auf Hyperrealität trifft.

Unser Headup-Display sagt uns, dass wir in rasender Fahrt, Milliarden Megaparsec pro Sekunde, stillstehen. Aus- und einatmen. Blinzeln, denken, spüren, schlafen, aufwachen. Die Digitalanzeige des HUD sinkt auf den Wert Q, auf 17.7, und sodann, gemächlich immer weiter fallend, auf Regnerischer Sommerabend, Waffelteig und zuletzt 0.00. Wir sind angekommen.

starisland

Endlich, das Ziel unserer Reise! Die Sterneninsel im Goldozean, dessen Wellen wie Bronzeglocken brummen und dessen Fische, Krebse, Quallen und Delphine den ganzen Tag lang über den Fundamentalsatz der Algebra und Apfelkuchenrezepte diskutieren. Wir landen auf einem vorgelagerten Atoll und freuen uns über den stahlblauen, singenden Sand.

mysterium

Eingeborene! Sind sie freundlich oder feindlich gesinnt? Sie bringen uns zu ihrem Schamanen, der tief im grün phosphoreszierenden Dschungel wohnt. Nachdenklich beugt der Schamane sich über uns, und berührt uns sanft mit einem seiner unzähligen pulsierenden Rüsselfühler, an dessen Spitze ein wunderschönes, strahlendes Licht eine merkwürdige Sinfonie trällert.

Wie es wohl weitergeht?

Wenn ihr Lust habt, erzählt die Geschichte zuende! 😉

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