„Sie haben einen schönen Po!“

Vor Jahren gab es bei uns in der Nähe des Instituts, in dem ich damals arbeitete, ein Cafe, das sich, sprachlich wenig überzeugend, „French Pub“ nannte. Mir gefielen jedoch die beiden Lampen, die links und rechts neben dem Eingang die ganze Nacht brannten; ich bin ein ausgeprägter Nachtmensch und arbeitete am liebsten nachts, in tiefer behütender Schwärze und Stille, die die ganze Welt einhüllt: Dann springt mein Gehirn an, schaltet auf Maximalleistung und meine Ideen schießen und sprühen wie Feuerwerkskörper in der Dunkelheit.

So kam es, dass ich meist frühmorgens nachhause ging. Im Winter herrschte zu dieser Zeit noch tiefe Nacht, in der der von Natriumdampfstraßenleuchten orangerosa beleuchtete Schnee unwirklich glomm und flimmerte. Da gefiel es mir sehr, wenn ich an dem French Pub vorbeikam: Die beiden Lampen strahlten ruhig und freundlich, schienen mich zu grüßen.

Schließlich wollte ich wissen, was es für ein Cafe sei, dass von den beiden Lichtbringern bewacht wurde: Eines abends besuchte ich das French Pub, und fand, dass es ein nettes, recht ruhiges, unauffälliges Lokal war, an dem nichts in ausgeprägtem Maße an Frankreich erinnerte. Dennoch gefiel mir der Ort, der Heimweg im Schnee, der leuchtende Lampengruß und der Milchkaffee verschmolzen zu einer sehr angenehmen Erinnerungseinheit.

Später verschwand das French Pub, aber die beiden Lampen blieben: Sie bewachten nun ein neues Restaurant, das sich „Schnitzelparadies“ nannte. Ich fand den Namen etwas dümmlich, aber ich hielt den freundlichen Lampen die Treue, und da ich ferner Schnitzel mag, besuchte ich von da an hin und wieder das Lokal, das in der Tat ein riesiges Sortiment von Schnitzeln bot, panierte, überbackene, gefüllte, mit Kroketten, Pommes Frites, Apfelspalten und in allen erdenklichen anderen Kombinationen und Zubereitungsmethoden.

Es ist nun noch nicht lange her, dass ich eines abends das „Schnitzelparadies“ besuchte, und dort von neuem eine höchst angenehme Kombination von Erinnerungen mitnahm.

Die Kellnerin, die an diesem Abend servierte, war sehr mollig, überall schön abgerundet, vielleicht Anfang bis Mitte zwanzig und strahlte eine geschäftige Gemütlichkeit aus, die mir ungemein gefiel. Eifrig trug sie Teller und Speisen zwischen den Tischen hin und her, und ich war aufgeregt, als ich sah, wie nett und hübsch ihr Po aussah, wie lieb er wackelte wenn sie sich bewegte: Denn ihre Backen waren dick und ausladend, prall und kugelrund wie zwei Wassermelonen, sehr sexy, und bei jedem Schritt hüpften sie unter dem Stoff der Hose, den sie wölbend ausfüllten. Da die Kellnerin sehr hurtig bei der Sache war, forsch von Tisch zu Tisch, von Tisch zu Küche eilte, vollführten ihre Pobacken einen wilden Tanz, den ich bezaubernd fand. Glücklich betrachtete ich die Dame und ihr Hinterteil, fühlte mich wie in einem schönen Traum.

Ich beendete meine Mahlzeit, Bezahlen und Aufbruch rückten in greifbare Nähe. Nun fühlte ich mich ein wenig traurig: Zum einen mußte ich von der schönen Kellnerin und ihrem Popo fort, zum anderen hätte ich so gerne die Dame ein klein wenig an meinem glücklichen, angenehmen Zustand teilnehmen lassen, indem ich ihr sagte, wie bezaubernd ich ihren Po fand. Aber konnte ich denn einer ganz fremden Dame, die ich nicht kannte, sagen, dass ich ihren Po schön fand? War das nicht sehr unverschämt, grob, sexistisch? Würde sie nicht zornig werden? All diese Fragen wirbelten durch meinen Kopf, und dann fühlte ich mich auch durchaus schüchtern.

Ich war der einzige Gast der noch im Lokal war, ich bat um die Rechnung, sie brachte sie, und während ich bezahlte, bündelte ich all meinen verfügbaren Mut: „Entschuldigen Sie – es ist vielleicht ein wenig unverschämt, soetwas zu sagen – aber ich finde, dass Sie einen sehr schönen Hintern haben!“ Das sagte ich, und verhielt mich dabei ganz zurückhaltend und freundlich. Die Dame lachte, es klang ein bisschen geschockt aber auch geschmeichelt, und ein klein wenig belustigt. Ich hatte Herzklopfen – man ist in solchen Fällen ja meist sehr aufgeregt, aber wie sehr merkt man erst hinterher – jedoch war ich, als ich das Restaurant verließ, froh, es ihr gesagt zu haben: Es ist schön, wenn die Adressatin eines Gefühls zumindest eine Ahnung davon hat, das man dieses Gefühl für sie gehabt hat, selbst wenn man sich nie wieder sieht.

Doch ich sollte die Dame wiedersehen. Nicht sehr ausführlich, aber ich begegnete ihr erneut, diesmal in einem anderen Lokal, in dem wir beide Gäste waren. Ich saß an einem Tisch, sie mit mehreren Freundinnen an einem anderen. Sie bemerkte mich als sie vorüberging, und lächelte mich spontan sehr nett und sogar ziemlich keck an. Ich lächelte zurück; als sie später mit ihren Freundinnen wegging, trafen sich unsere Blicke nochmal – wir sahen uns für Augenblicke mit einer Art „wir-haben-mal-geflirtet“-Verschmitztheit an.

Und dieses Erlebnis zeigt: Es ist völlig in Ordnung und nett, wenn man als Mann einer Frau Komplimente macht, es können sogar leicht anzügliche Komplimente sein – solange man dabei freundlich und zurückhaltend ist, Tonfall und Sprache respektvoll wählt, ist es kein faux pas, sondern die Chance steht gut, dass die Dame sich freut, beide eine nette Erinnerung mitnehmen und angenehme, „flirtige“ Gefühle zurückbleiben.

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